Januar 2011:
Steve hatte ein hartes Jahr hinter sich. Er hatte seinen Job verloren, Freunde sind von ihm gegangen und zu guter Letzt hatte ihn seine Verlobte vor dem Altar stehen lassen. Den Silvesterabend hatte er alleine mit einer Flasche Wodka an den alten, stillgelegten Bahngleisen verbracht.
Es war ein kalter Wintermorgen, als ich aus der kleinen Bar in welcher ich arbeitete ging. Meine Nase rot von dem Koks, unter den Augen große Tränensäcke da ich in letzter Zeit wenig schlief. Ich ging mit gesenktem Kopf durch den Park, völlig in Gedanken vertieft. Doch auf einmal sah ich hinauf, dort stand eine wunderschöne, junge Frau. Sie hatte ebenfalls Tränensäcke unter ihren Augen. Ich wusste nicht wieso, doch ein Lächeln begab sich auf meine Lippen als ich die junge Dame sah. Und auch sie lächelte. „Hey, ich bin Violet.“, sagte sie und sah zu mir hinauf, denn ich war mit 1,94 Metern nicht gerade der kleinste, ich sah zu ihr und nickte kurz. „Ich bin Steve.“, ich hielt ihr meine Hand hin, welche sie kurz drückte. „Freut mich sehr.“, fügte ich noch bei. „Ich wollte gerade in ein Café gehen, möchtest du mich begleiten?“, ihre Stimme hörte sich einfach traumhaft in meinen Ohren an. Ich nickte leicht, ich war wie verzaubert.
So also gingen wir zusammen zu dem besagten Café, zwar war ich innerlich noch etwas erstarrt, doch wie es sich für einen Gentleman gehörte, hielt ich ihr die Tür auf. Sie bedankte sich mit einem Lächeln und ging an einen der Plätze. Ich setzte mich ihr gegenüber. Nach dem wir bestellt hatten, lehnte ich mich etwas zurück. Ich war noch nie gut im Smalltalk, deswegen lächelte ich dankend, als Violet mit einem Thema begann. „Von wo kommst du gerade?“, sie sah mich an. Ich erwiderte ihren Blick. „Kennst du die Bar hier in der Nähe?“, ich hob leicht eine Augenbraue, dies tat ich immer bei Fragen, es war wie ein Reflex. „Ich arbeite dort als Barkeeper um mir das Studium zu finanzieren.“; Student mit 25 Jahren, nun gut ich hatte schon einige Jobs, denn eigentlich bin ich über 1000 Jahre alt, doch das wusste, bis auf meine Schwester, niemand.
Sofort kamen wir in ein Gespräch, was ich studierte, als was sie arbeitete. An ihrer Stimme, welche etwas rau war, erkannte ich, dass sie auch Drogen nahm. Doch dies lies ich in meinem Hinterkopf. Ich trank einen Schluck von meinem Kaffee und sah aus dem Fenster. Um ehrlich zu sein hasste ich den Winter, ich bin in Schweden aufgewachsen, dort ist es 8 Monate im Jahr Winter, natürlich hasste ich ihn. Ich seufzte leicht. „Ich hasse die Kälte.“, sagte ich etwas in Gedanken. Sie stimmte mir zu.
